Ökologische Grundlagen

Nach dem wir das Grundprinzip – konsumiere bewusst – im letzten Beitrag vorgestellt haben, wollen wir hier ein wenig stärker ins Detail gehen. Folgende ökologische Grundlagen erwarten dich in diesem Beitrag:

1. Iss pflanzlich, Bio, regional und saisonal

Zugegeben, die Überschrift klingt etwas sperrig. Aber diese paar Wörter bringen ökologische Grundlagen der Ernährung auf den Punkt. Dabei geht es keineswegs um ein Extrem. Du tust der Erde bereits viel Gutes, wenn du dich in kleinen Schritten einer überwiegend solchen Ernährung annäherst. Aber was bedeuten die Begriffe überhaupt?


Pflanzliche Ernährung steht für das gesellschaftliche Trigger-Wort ‘vegan’ – also vor allem den Verzicht auf Fleisch, Milchprodukte und Eier. Tierische Produkte sind besonders schädlich für unser Klima, da deren Produktion massenhaft Ressourcen wie Land und Futter benötigt.


Bio bedeutet, dass pflanzliche Lebensmittel nicht mit künstlichen Elementen wie chemischen Pestiziden in Berührung kommen. In der Tierhaltung sind zusätzlich die Lebensbedingungen besser als in der konventionellen Viehwirtschaft. Diese Faktoren sind nicht nur für Böden und Tiere von Vorteil. Auch unserer eigenen Gesundheit tut es gut, wenn wir über biologische Lebensmittel ausschließlich natürliche Stoffe zu uns nehmen.


Die Begriffe regional und saisonal erklären sich wohl von selbst. Durch kurze Transportwege und Lagerzeiten sparen wir Energie ein. Außerdem sind in frischen Lebensmitteln oft mehr Nährstoffe enthalten und stärken die lokale Landwirtschaft.


Praxistipp: Kaufe im Bio- oder unverpackt-Laden. Ketten wie denn’s Biomarkt oder ebl Naturkost sind verhältnismäßig günstig und verpackungsarm ausgestattet. Unverarbeitete, saisonale Produkte wie frisches Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte sind nicht nur gesund, sondern auch tendenziell günstig. Du möchtest mehr wissen? Hier geht’s zu unseren Beiträgen zum Thema Ernährung.

Minimalismus im Schrank

2. Kaufe, was dir wichtig ist, Second Hand und fair

Alles, was wir in Geschäften oder online kaufen, wurde produziert. Diese Produktion verbraucht wertvolle Ressourcen und oft legen die Artikel lange, völlig irrsinnige Transportwege zurück. Daher ist jedes einzelne Produkt, das wir neu oder nicht vor Ort kaufen, klimaschädlich. Und nicht nur das: Oft wurde die Produkte unter menschenverachtenden Bedingungen hergestellt.


Zum Glück gibt es Alternativen. Neben Second-Hand-Läden kannst du auch auf Websites wie kleiderkreisel und eBay Kleinanzeigen gebrauchten Gegenständen zu einem zweiten Leben verhelfen. Da du dort eine andere Auswahl findest als in den gängigen Geschäften und die Produkte noch dazu günstiger sind, kann das Stöbern richtig Spaß machen. Aber auch, wenn du schon genau weißt, was du möchtest, findest du mithilfe der entsprechenden Suchfilter oft schnell zum Ziel.

Falls du etwas nicht gebraucht kaufen magst oder kannst, gibt es Marken, die sich auf möglichst umwelt- und menschenfreundliche Produktion spezialisiert haben. Fair Fashion-Marken, die z.B. GOTS-zertifiziert sind, verkaufen Kleidung, die unter fairen Arbeitsbedingungen gefertigt wurde und auf viele schädliche Chemikalien verzichtet. Zahnbürsten, Putzmittel, Küchenschwämme … vieles, was wir in unserem Alltag benötigen, gibt es auch als faire Variante. Diese findest du oft ebenfalls im Bio- oder unverpackt-Laden. Klicke hier, wenn du weiter über soziale und ökologische Grundlagen des Einkaufen lesen möchtest – der Umwelt und den Menschen zuliebe.

Ökologisch reisen

3. Nutze öffentliche Verkehrsmittel, Fahrrad und deine Füße

Auch wenn unser Verkehrsminister Scheuer meint, ein Tempolimit von 130 km/h auf Autobahnen sei “gegen jeden Menschenverstand“, lassen sich Studien zu ökologischen und gesundheitlichen Schäden, die unser jetziges Verkehrssystem verursacht, nicht ignorieren. Feinstaubbelastung und CO2-Ausstöße könnten wesentlich reduziert werden, wenn wir zu den traditionellen Verkehrsmitteln zurückkehren. Das bedeutet: Bus, Bahn und Fahrrad statt Alleinfahrer in SUVs.


Natürlich ist es gerade in ländlichen Gebieten nicht leicht, ganz aufs Auto zu verzichten. Hier können Fahrgemeinschaften oder nachbarschaftliches Car Sharing (also Auto teilen) Abhilfe schaffen.


Wer gerne Rad fährt, aber nicht schwitzen will, kann die elektronische Variante nutzen. Die ist zwar nicht perfekt nachhaltig, aber besser als ein Auto. Weitere Alternativen zum Fahrrad sind Rollschuhe, Skateboard, City Roller und natürlich die eigenen Füße. Wer sich an der frischen Luft bewegt, tut nicht nur dem Klima, sondern auch noch sich selber Gutes. Wenn das keine Argumente sind! Mehr Infos über nachhaltige Fortbewegung und auch ökologische Reisen findest du hier.

Seriöse Anbieter

4. Unterstütze Anbieter, die Gutes tun

Häufig konsumieren wir, ohne es überhaupt zu bemerken. So ging es mir zum Beispiel lange Zeit beim Thema Banken. Da eigentlich alle gängigen Großbanken (wie Deutsche Bank, Sparkasse, oder Volksbank) unser Geld unter anderem in Waffenhandel und Atom- und Kohlestrom investieren, wurden in den letzten Jahre sogenannte Ethik-Banken gegründet. Dazu zählen beispielsweise die GLS, Triodos und Ethikbank.


Auch die Suchmaschine, die du nutzt, kann einen Unterschied machen. Ecosia funktioniert ähnlich wie Google, hat aber aus den Profiten bereits mehr als 100 Millionen Bäume gepflanzt. Wenn man nach ihnen sucht, findet man sehr viele schöne Projekte, die unsere Erde ein bisschen besser machen. Also: Halte die Augen offen.

Engagement für Nachhaltigkeit

5. Engagiere dich

Ein Beitrag über ökologische Grundlagen wäre nicht vollständig ohne das Thema Engagement. Besonders 2019 wurde eine riesige Vielfalt an Klimaschutz-Gruppen gegründet oder hat an Popularität gewonnen. Dazu zählen Ortsgruppen von großen Organisation wie Fridays for Future, Greenpeace und Extinction Rebellion, aber auch lokale Vereine wie das Münchener rehab-republic. Abgesehen vom Thema Klima kannst du dich natürlich auch für Geflüchtete, Obdachlose, den Tierschutz, Kinder, politisch oder in internationalen Organisationen engagieren. Schau einfach, womit du dich am wohlsten fühlst.


Engagement ist vor allem aus zwei Gründen wichtig.

  1. Du hilfst, Aufmerksamkeit auf wichtige Themen zu lenken und unterstützt mit deiner Arbeit den Erfolg einer weltweiten Bewegung. Aufregend, oder?!
  2. Du bist Teil einer Gruppe, die sich im besten Fall gegenseitig motiviert und über Themen austauscht, die dir am Herzen liegen. Wenn du mit Zeit mit Menschen verbringst, die ähnlich denken wie du, kann das auch dein Selbstbewusstsein in Situationen stärken, in denen dein Umfeld wenig Verständnis für das Thema Umweltschutz aufbringt.

Ganz davon abgesehen, macht die es auch einfach Spaß, Teil einer Gruppe zu sein. Ihr werdet gemeinsam spannende Aktionen planen, vielleicht bei Demos dabei sein oder auf politischer Ebene aktiv. Wir und viele andere haben unter Engagierten sehr viel Offenheit erlebt. Es ist also gar nicht schlimm, wenn du noch kein/e Expert*in bist oder dir erst verschiedene Gruppen anschauen möchtest, bevor du fest irgendwo mitmachst.

Wedel

Fazit

Mit wenigen, einfachen Grundsätzen kannst du dein Leben sozial, ökologisch und auch gesundheitlich nachhaltig gestalten. Hier noch einmal die Zusammenfassung.

  1. Iss pflanzlich, Bio, regional und saisonal
  2. Kaufe, was dir wichtig ist, Second Hand und fair
  3. Nutze öffentliche Verkehrsmittel, Fahrrad und deine Füße
  4. Unterstütze Anbieter, die Gutes tun
  5. Engagiere dich

Über all dem steht weiterhin der Grundsatz: Konsumiere bewusst. Bist du neugierig geworden und möchtest mehr wissen? Dann geht es hier zu unseren anderen Beiträgen. Bis dahin!

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