Insekten im Garten

So summt dein Garten [oder Balkon]

Der Frühling steht in voller Blüte, und mit dem Sprießen von Blumen und Sträuchern beginnt auch das große Summen. Allerdings haben es Hummel, Käfer und Co. in Deutschland immer schwerer. Dieser Beitrag erklärt dir wieso, und wie du den Insekten in deinem Garten Gutes tust.


Biene im Anflug

Wie geht es den deutschen Insekten?

Mit dem Thema Klimawandel gewinnt auch das Wort Insektensterben an Präsenz. Und es sieht wirklich nicht gut aus für unsere kleinen Artgenossen. Von den fast 600 in Deutschland lebenden Bienenarten sind 40% gefährdet. Auch 60% der deutschen Schmetterlinge stehen auf der Roten Liste. Noch leben hier knapp 30.000 Insektenarten. Doch das könnte sich bald ändern.

Dabei erfüllen wildlebende Insekten eine der wichtigsten Aufgaben auf der Erde. Sie bestäuben zwei Drittel aller Blüten und sorgen damit für Sauerstoff und Nahrung. Als Futter für Igel und andere Kleintiere sowie durch Bodenaufbereitung unterstützen sie die Vielfalt der Arten enorm. Unser gesamtes Ökosystem hängt von Insekten ab. Ohne sie können wir auf dieser Erde nicht leben. Allein deshalb ist es wichtig, dass wir ihnen einen angemessenen Lebensraum bieten.

Schmetterling auf Blüte

Gründe für das Insektensterben

Die größte Bedrohung für Insekten sind, ganz klar, wir Menschen. Durch den Bau von Straßen und Häusern, kommerzielle Landwirtschaft sowie einseitige Wälder und Gärten verkleinern wir ihren Lebensraum immer weiter.

Chemische Insektizide wie Neonicotinoide schädigen besonders das Gehirn von Bienen. Die Wirkung ähnelt den Symptomen von Alzheimer beim Menschen. Giftstoffe schwächen das Immunsystem und die Orientierung der Bienen. Dadurch finden sie nicht zurück zu ihrem Stock oder vergessen, wo nahrhafte Pflanzen wachsen. Substanzen wie Glyphosat und Flumethrin schaden ihrer Navigation und Lernfähigkeit ebenfalls. In Kombination mit den täglichen Herausforderungen des Bienen-Lebens tragen diese Stoffe schnell zum Zusammenbruch eines ganzen Volkes bei.

Auch konventionelle Herbizide setzen vielen Arten zu. Durch sie wachsen auf den Feldern weniger Blüten. Deshalb wird die Nahrung für Insekten vor allem im Sommer, wenn Raps und Obstbäume nicht mehr blühen, immer knapper.

Chemische Mittel zum Pflanzenschutz schaden Insekten also nachhaltig. Daher ernten manche Imker in der Stadt mittlerweile mehr Honig als auf dem Land. Wer etwas für die Insekten, die Artenvielfalt und damit unsere Umwelt tun möchte, sollte also biologische Produkte konsumieren.

Allerdings beeinflusst nicht nur die Landwirtschaft den Lebensraum von Bienen, Käfern und Schmetterlingen. Auch in unseren Gärten finden viele Arten kaum vorteilhafte Bedingungen. Gepflegter Rasen, aufgeräumte Beete und exotische Blüten bieten Insekten kaum Schutz und Nahrung.

Doch es gibt gute Nachrichten. Um dein Zuhause wieder zu ihrem Zuhause zu machen, brauchst du nur ein paar Quadratmeter im Freien. Wer keinen Garten oder Balkon hat, kann auch Wegränder und Blumenkästen am Fensterbrett bepflanzen. Mit den richtigen Blüten und ein bisschen Geduld beginnen diese Flächen zu summen.

Insekten im Beet

So bringst du (Insekten-)Vielfalt in deinen Garten

Mit diesen Grundregeln wird dein Garten zum Paradies für Insekten.

  • Fülle deinen Garten mit heimischen Pflanzen, denn nur sie werden auch von heimischen Insekten gegessen. Was der Käfer nicht kennt, das frisst er nicht.

  • Wilde Ecken im Garten sind ein einfacher Weg, um Insekten einen Lebensraum zu bieten. Hier können Klee, Gräser und Nesseln ungestört wachsen. Raupen fühlen sich dort besonders wohl. Sie fressen sich an den Blättern satt, bevor sie sich in farbenfrohe Schmetterlinge verwandeln.

  • Flächen solltest du, wenn überhaupt, in Abschnitten mähen. Die dort lebenden Insekten können dadurch auf andere Bereiche ausweichen. So finden sie weiterhin Nahrung, Rastplatz und Schutz vor Wind, Wetter und Kleintieren.

  • Stapel aus Totholz, Steinen oder Blättern bieten Insekten einen idealen Lebensraum. Auch über Sandflächen, Teiche, Kieswege und Platten mit Fugen freuen sie sich. Fallobst bietet ihnen eine süße Stärkung.  

  • Wildblumen im Garten erfreuen sowohl dein menschliches Auge als auch die Insekten. Heimische Stauden wie Glockenblumen, Sonnenhut oder Wilde Malve sind angenehm pflegeleicht. Die Halme der Stauden bieten Insekten vor allem im Herbst und Winter ein schützendes Zuhause.

  • Gefüllte Blüten solltest du meiden. Die meisten Insekten kommen mit ihren Saugzungen kaum an deren Nektar heran. Sie freuen sich über ungefüllte, offene Blüten.

  • Duftende Kräuterbeete – zum Beispiel mit Salbei, Minze und Thymian – bereichern sowohl deine Küche als auch die von Schmetterlingen und Co. Dasselbe gilt für viele Beerensträucher und Obstbäume. Auch Kürbis, Karotte und Ackerbohne gehören auf beide Speisepläne.

  • Um sich ganzjährig zu versorgen, benötigen Insekten Pflanzen für jede Jahreszeit. Frühblüher wie Schneeglöckchen, Narzisse und Krokus sind im Frühjahr lebenswichtig. Im Sommer fliegen Insekten auf Eisenhut, Sonnenröschen und Nelke. Im Herbst freuen sie sich über Fetthenne oder Neubelgische Aster.

  • Viele Pflanzen wachsen üppiger, je stärker sie sich ausbreiten können. Für Balkons sind daher große Töpfe und Kästen optimal. Luftige, wasserdurchlässige Erde und Kästen, die Staunässe vorbeugen, fördern das Wachstum besonders gut.

  • Für den Balkon eignen sich zum Beispiel Kapuzinerkresse, Goldlack und Verbene. Auch Stauden und Kräuterbeete fühlen sich hier wohl.

  • Manche Arten, wie die Schmetterlinge Tagpfauenauge und kleiner Fuchs, überwintern in Schuppen oder Dachböden. Öffne die Fenster zu diesen Räumen im Frühling einen Spalt, um ihnen den Weg zurück ins Freie zu erleichtern.

Lust auf Vielfalt bekommen? Detaillierte Listen mit Pflanzen für Insekten stellt unter anderem der Nabu zur Verfügung.

Insekten im Garten

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